Sa. 03. Juni - TAG DER OFFENEN TÜR
Tag Uhr Betreff Treffpunkt Wer
Fr. 02.06
17:00 ERÖFFNUNGSFEIER LU-Mitte
Ludwigstraße 51
geladene Gäste
Sa. 03.06
11:00 TAG DER OFFENEN TÜR LU- Mitte
Ludwigstraße 51
ALLE INTERESSIERTEN
Mi. 07.06
16:30 THEATERKURS1 für 6-10 jährige LU- Mitte
Ludwigstr. 51
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Fr.
16:30 THEATERKURS2 für 10-14 jährige LU- Mitte
Ludwigstr. 51
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Sa. 10.06
14:00 C A S T I N G für Schauspieler bis 25 Jahre, 14:00 - 20:00 Uhr LU- Mitte
Ludwigstraße 51
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Sie sprechen über Musik, über ihr Aussehen, was sie am liebsten tun oder tun würden. Etwa mal Urlaub vom eigenen Ich nehmen, mal weg von mir, sagt eine von den sechs Gestalten.

Das Leben sei einfach zu kompliziert, doch der "chat room" gebe ihr Sicherheit. Dabei sind die Namen der Figuren unwichtig, sie dienen nur zur Wiedererkennung. Bist du "m" oder "w", fragen sie sich gegenseitig?

Man weiß sowieso nicht, wer sich hinter den Sätzen verbirgt: Ein Mann, eine Frau, ein Junge oder ein Mädchen. "Ist doch logisch, dass man hier drin nur verarscht wird", sagt eine Chatterin, die sich immer stärker auflehnt. Sie bezeichnet die Gruppe als "chat loser", als Verlierer des Internets, die vom echten Leben nichts wissen.

     

Einsamkeit im World Wide Web

"real.life", ein "Ch@tstück" von Philipp Romann, bekam im Ludwigshafener Pfalzbau viel Applaus von einem überwiegend jungen Publikum. Und das zu Recht, denn das AdRem Jugendtheater bot eine Menge Stoff zum Nachdenken.

Unter der Regie von Gabriele Twardawa glückte dem jungen Ensemble eine einfallsreiche Suche nach dem echten Leben. Wenn im Dunkeln kleine blaue Computer-Lichter am Ensemble blinken, ist es in die virtuelle Welt vertieft. Aus diesem wunderbar unwirklich erscheinenden Bühneneindruck treten die sechs Chatter ins Licht und werfen mal ironisch, mal euphorisch, mal verliebt oder enttäuscht ihre Sätze ins Publikum. Dazwischen lockern Tänzerinnen und Rap-Sänger aus dem Ensemble die Stimmung auf.

Viel Freizeit und Arbeit hat die Theatergruppe in diese Aufführung gesteckt. Viele gute Ideen gefunden für ein Thema, das Jugendliche und Erwachsene betrifft. Wer seine Gefühlswelt nur virtuell vermittelt, verliert den Draht fürs Unmittelbare.

"Wir sind alle verdammt einsame Inseln", sagt die aufsässige Chatterin. Doch auch dafür hält das Jugendtheater eine Lösung bereit: Im realen Leben kann man Menschen treffen, die zu echten Freunden werden. rah
 

Mannheimer Morgen
28. März 2011